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Ich erinnere mich nicht mehr, wie alt ich war, als meine Großmutter mich mitten in einem summenden, wogenden Feld mit Wiesenlabkraut direkt vor unserem Haus in den Schlaf wiegte. Ich kann mich aber sehr gut an das berauschende Gefühl erinnern, das ich von dem süßen Duft hatte, an die leichte Brise, die meine Stirn streichelte und an die kleinen Käferchen, die auf meinem Rücken kitzelten. Als ich erwachte, hatte sich etwas verändert. Etwas hat mich berührt und ist bis heute ein Teil von mir geblieben. In der Nacht und in der Winterzeit - immer; der duftende Nachmittag, der wunderschöne, schmerzhaft kurze nordische Sommer, der Honig aus den Wiesenlabkrautblüten.
* MÁDARA (Gallium mollugo) ist der lettische Name für Wiesenlabkraut, eines der häufigsten Bewohner der baltischen Wiesen.